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Gründen in der Eifel: kurze Wege, wenig Publikum

Gründen in der Eifel: kurze Wege zwischen Bitburg und Trier, Nähe zu Luxemburg, fehlende Treffpunkte und was Vereine und Initiativen konkret daran ändern können.

Feldweg durch eine hügelige Eifellandschaft im Morgennebel, im Hintergrund ein Gehöft

Wer in der Eifel gründet, kennt das Gefühl: Die Idee ist da, aber der Rest der Gründerszene scheint woanders zu sein. Dieser Text beschreibt ehrlich, wie es ist, in der Region zwischen Bitburg und Trier zu gründen, was dabei fehlt und was Vereine und Initiativen daran ändern können.

Kurze Wege

Zwischen Bitburg und Trier liegen etwa 30 Minuten Autofahrt. Verglichen mit den Pendelzeiten in größeren Regionen ist das wenig. Wer in Bitburg gründet und in Trier eine Kundin oder einen Kunden trifft, ist schneller dort, als man in mancher Großstadt quer durch die eigenen Stadtteile braucht. Das Umland ist klein genug, dass man sich nach einiger Zeit mehrfach über den Weg läuft, wenn man in ähnlichen Bereichen unterwegs ist. Das klingt banal, ist aber ein echter Standortvorteil, den man in der Region selten so benennt.

Die Nähe zu Luxemburg

Luxemburg ist von Bitburg aus in wenig mehr als einer halben Stunde erreichbar, von Trier noch schneller. Das wirkt in zwei Richtungen. Zum einen ziehen die Gehälter dort Fachkräfte aus der Region ab, gerade in Finanz- und IT-Berufen, was die Suche nach Mitarbeitenden für junge Unternehmen nicht leichter macht. Zum anderen ist Luxemburg auch ein Absatzmarkt und ein Ort mit eigener Startup- und Investorenszene, die von hier aus näher liegt als von fast jedem anderen Punkt in Deutschland. Wer das nutzen will, muss es aber selbst wissen und aktiv suchen. Von allein stellt sich der Kontakt über die Grenze nicht her.

Was fehlt: feste Treffpunkte

In größeren Städten gibt es Coworking-Spaces, Gründerzentren und Meetups fast im Wochentakt. In der Region zwischen Bitburg und Trier ist das dünner gesät. Es gibt einzelne Initiativen und Hochschulkontakte in Trier, gelegentliche Veranstaltungen, aber selten etwas, das regelmäßig und verlässlich stattfindet. Wer hier gründet, kennt oft niemanden, der Ähnliches macht, obwohl diese Person vielleicht 20 Minuten entfernt sitzt. Das ist keine Kritik an der Region, sondern eine Beschreibung: Der Markt für feste Gründertreffen ist hier einfach zu klein, als dass er sich von selbst organisiert.

Das trifft vor allem Menschen, die allein oder zu zweit gründen und kein Team im Rücken haben, das die Rolle des Austauschs schon übernimmt. Wer dagegen aus einer größeren Firma kommt und ein eigenes Netzwerk mitbringt, spürt die Lücke seltener. Für alle anderen bleibt am Anfang oft nur das eigene, kleine Umfeld.

Was ein Verein daran ändert

Ein Verein ändert daran nicht alles, aber etwas Konkretes: einen Termin, auf den Verlass ist. Statt darauf zu warten, dass sich zufällig ein Treffen ergibt, steht ein fester Abend im Monat im Kalender, dessen Ort in der Regel zwischen Bitburg und Trier wechselt, je nachdem, wo gerade ein Raum frei ist. Wer hinkommt, trifft andere, die entweder schon gegründet haben, gerade dabei sind oder es vorhaben. Mehr passiert am Anfang nicht, und das ist auch schon viel. In einer Region ohne feste Struktur ist ein wiederkehrender Termin oft der einzige Ort, an dem sich ein Netzwerk überhaupt bilden kann. Entscheidend ist dabei die Verlässlichkeit: Ein Termin, der jeden Monat stattfindet, spricht sich mit der Zeit herum, ein einmaliges Format nicht.

Was ein Verein nicht ersetzt

Ein Verein aus der Region macht aus Bitburg kein Berlin und aus der Eifel kein Silicon Valley. Es gibt hier keine tiefe Investorenszene, keine Dichte an Acceleratoren, kein Ökosystem, das sich von selbst trägt. Wer auf Wagniskapital in größerem Stil angewiesen ist, wird trotzdem regelmäßig nach Frankfurt, Berlin oder eben nach Luxemburg fahren müssen. Was ein Verein leisten kann, ist kleiner und bodenständiger: Kontakte in der eigenen Region sichtbar machen, die sonst nie zueinander gefunden hätten. Das ist wenig im Vergleich zu einer Metropole, aber es ist mehr, als vorher da war.

Wie sich das im Alltag anfühlt

Gründen in der Eifel heißt oft: viel allein arbeiten, wenig zufälliger Austausch, dafür kurze Wege, wenn man ihn sucht. Es gibt keinen Tisch im Coworking Space, an dem man automatisch mit jemandem ins Gespräch kommt. Man muss aktiv hingehen. Genau deshalb macht ein fester Termin einen Unterschied, der größer ist, als er auf den ersten Blick wirkt: Er ersetzt den Zufall, auf den man in einer Großstadt eher zählen kann, durch eine feste Verabredung.

Woraus solche Angebote entstehen

Lücken dieser Art schließen sich selten von allein. Sie schließen sich dort, wo jemand die Organisation übernimmt: ein Verein, eine Hochschulinitiative, eine Wirtschaftsförderung oder eine Handvoll Gründerinnen und Gründer, die sich zusammentun, weil ihnen selbst der Austausch fehlt. Nötig ist dafür weniger, als viele vermuten: ein Raum, ein festes Datum und jemand, der beides im Blick behält. Alles Weitere entsteht durch Wiederholung. Wer in der Region nach einem solchen Angebot sucht, findet erste Hinweise meist bei der örtlichen Wirtschaftsförderung, bei der Industrie- und Handelskammer oder bei den Hochschulen in Trier.

Passt dazu: Coworking in Bitburg und Trier und Förderung für Gründer in der Region Trier.

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