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Was kostet ein Verein? Laufende Kosten im Überblick

Verein Kosten im Überblick: Notar, Registereintrag, Vereinshaftpflicht, Konto und Domain, und wie gestaffelte Mitgliedsbeiträge diese Posten gegenfinanzieren.

Aufgeschlagenes Kassenbuch mit Taschenrechner, einem Stapel Belege und Münzen

Was ein Verein kostet, ist eine der ersten Fragen, die sich stellt, sobald aus der Idee ein konkretes Vorhaben wird. Verein Kosten ist dabei der Suchbegriff, der am häufigsten auftaucht, denn Notar, Versicherung und Beiträge lassen sich nicht aus dem Bauch heraus schätzen. Dieser Text zeigt, was bei der Gründung einmalig anfällt, was im laufenden Betrieb regelmäßig kostet und wie ein kleiner Verein das über Mitgliedsbeiträge gegenfinanziert. Wo sich Beträge nicht verlässlich beziffern lassen, steht hier eine Größenordnung statt einer erfundenen Zahl.

Einmalige Kosten bei der Gründung

Zwei Positionen fallen bei der Gründung einmalig an. Die notarielle Beglaubigung der Unterschriften des Vorstands, die für die Anmeldung zum Vereinsregister nötig ist, und die Gebühr für die Eintragung selbst, die das Registergericht erhebt. Beide Beträge sind überschaubar, bewegen sich aber je nach Notar und Gericht in unterschiedlicher Höhe. Als grobe Größenordnung kannst du mit einem niedrigen bis mittleren zweistelligen Betrag für die Beglaubigung und einem niedrigen zweistelligen Betrag für die Eintragung rechnen. Verbindliche Zahlen bekommst du nur direkt vom zuständigen Notar und Registergericht, denn Gebührenordnungen ändern sich.

Laufende Kosten im Betrieb

Ist der Verein eingetragen, kommen laufende Kosten dazu, die meisten davon jährlich oder monatlich:

  • Vereinshaftpflichtversicherung. Sie deckt Schäden ab, die bei Veranstaltungen oder durch die Vereinstätigkeit entstehen können, etwa wenn bei einem Workshop etwas beschädigt wird. Die Höhe hängt stark vom Versicherer und vom Umfang der Tätigkeit ab, als Größenordnung bewegt sich das für einen kleinen Verein im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Jahr.
  • Vereinskonto. Viele Banken und Sparkassen bieten Konten für Vereine kostenlos oder für einen kleinen einstelligen Betrag im Monat an. Ein Vergleich lohnt sich, die Unterschiede zwischen Anbietern sind spürbar.
  • Domain und Hosting. Eine eigene Domain kostet in der Regel einen niedrigen zweistelligen Betrag im Jahr, dazu kommt, je nach Lösung, Hosting für die Website.
  • Raum und Veranstaltungen. Hier lässt sich am meisten sparen, wenn Räume gestellt statt gemietet werden. Viele kleine Vereine kommen im ersten Jahr mit wenig Bargeld aus, wenn Sachleistungen einen Teil der Kosten auffangen.

Was du bei der eigenen Kalkulation bedenken solltest

Jeder Verein ist anders, deshalb lässt sich keine allgemeingültige Summe nennen. Drei Fragen helfen bei der eigenen Kalkulation:

  • Wie viele Veranstaltungen plant ihr im ersten Jahr, und wie viele davon brauchen einen gemieteten statt einen gestellten Raum?
  • Mit wie vielen Mitgliedern rechnet ihr realistisch im ersten Jahr?
  • Welche Kosten lassen sich durch Sachleistungen ersetzen, bevor überhaupt Geld fließt?

Wer diese drei Fragen für sich beantwortet, merkt meistens schnell, dass die größten Unsicherheiten nicht bei Notar oder Registergericht liegen, sondern bei der Zahl der Mitglieder und Partner, die man im ersten Jahr tatsächlich gewinnt.

Kostenübersicht als Größenordnung

Die folgende Tabelle ersetzt keine verbindliche Kalkulation. Sie ordnet nur grob ein, in welchem Bereich sich die einzelnen Posten üblicherweise bewegen.

PositionGrobe Größenordnung
Notarielle Beglaubigungniedriger bis mittlerer zweistelliger Betrag, einmalig
Eintragung Vereinsregisterniedriger zweistelliger Betrag, einmalig
Vereinshaftpflichtniedriger bis mittlerer dreistelliger Betrag pro Jahr
Vereinskontokostenlos bis niedriger einstelliger Betrag pro Monat
Domainniedriger zweistelliger Betrag pro Jahr

Frag im Zweifel direkt bei Notar, Bank und Versicherer nach den aktuellen Konditionen. Das sind die einzigen verlässlichen Quellen für genaue Zahlen.

Die Einnahmeseite: Mitgliedsbeiträge

Diesen Kosten steht die Beitragsordnung gegenüber, die in aller Regel die Mitgliederversammlung beschließt. Verbreitet ist eine Staffelung in drei Stufen:

  • Der reguläre Jahresbeitrag für ordentliche Mitglieder. Bei kleinen Vereinen bewegt er sich meist im niedrigen bis mittleren zweistelligen Bereich.
  • Ein ermäßigter Beitrag für Studierende, Auszubildende sowie Schülerinnen und Schüler. Er liegt üblicherweise deutlich unter dem regulären Satz.
  • Ein höherer Mindestbeitrag für fördernde Mitglieder, etwa Unternehmen, die den Verein unterstützen, ohne selbst mitzuarbeiten. Hier sind dreistellige Jahresbeträge verbreitet.

Ob zusätzlich ein Aufnahmebeitrag erhoben wird und zu welchem Termin ein Austritt möglich ist, regeln Satzung und Beitragsordnung. Beides sollte geklärt sein, bevor die ersten Mitglieder geworben werden, denn eine spätere Änderung braucht wieder einen Beschluss der Mitgliederversammlung.

Warum das reichen kann

Ein kleiner, junger Verein hat selten hohe Fixkosten. Die größten Posten, Notar und Registereintrag, fallen nur einmal an. Was danach übrig bleibt, Versicherung, Konto und Domain, lässt sich mit einer überschaubaren Zahl an Mitgliedern und ein paar fördernden Unternehmen decken, solange Räume und Sachleistungen einen Teil der Veranstaltungskosten auffangen, statt dass alles bar bezahlt werden muss. Wichtiger als die genaue Zahl ist die Reihenfolge: erst wissen, was ansteht, dann die Beiträge danach ausrichten, nicht umgekehrt.

Niedrige Beiträge oder auskömmliche Kalkulation

Bei der Höhe der Beiträge treffen zwei Ziele aufeinander. Niedrige Beiträge halten die Mitgliedschaft für möglichst viele Menschen erreichbar, was gerade in ländlichen Regionen wie der Eifel oder im Raum Bitburg und Trier zählt. Auskömmliche Beiträge decken dagegen die Fixkosten, ohne dass der Vorstand jedes Jahr neu um Unterstützung werben muss. Viele Vereine lösen das über die Staffelung: ein niedriger regulärer Beitrag, ein ermäßigter Satz für alle mit geringem Einkommen und fördernde Mitglieder, die in Geld oder in Sachleistung einen größeren Teil tragen.

Wer neu gründet, nennt die eigenen laufenden Kosten am besten erst dann in Zahlen, wenn eine erste Jahresrechnung vorliegt. Bis dahin sind Größenordnungen ehrlicher als genaue Beträge, die sich im ersten Jahr ohnehin noch verschieben.

Passt dazu: Verein gründen in Rheinland-Pfalz, Förderung für Gründer in der Region Trier und Haftung im Verein.

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